#006

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Rudolf de le Roi, Ludwig Grote, Joachim Moras, Hermann Rinn (Hrsg.)

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart Cover Jahresring #6 © Archiv Kulturkreis

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1959
Sprache: Deutsch
Seiten: 410

Beiträge von: Alfred Andersch, Cyrus Atabay, Hans Bender, Ernst Benz, Astrid Claes, Hilde Domin, Wolfgang Drews, Günter Eich, Hans Freyer, Peter Gan, Herbert Heckmann, Helmut Heißenbüttel, Theodor Heuss, Werner Hofmann, Karl August Horst, Ernst Jünger, Friedrich Georg Jünger, Daniel-Henry Kahnweiler, Hermann Kasack, Hans Kasper, Karl Kerényi, Wolfgang Koeppen, Karl Krolow, Kurt Kusenberg, Friedrich Luft, Ludwig Marcuse, Christoph Meckel, Hans Erich Nossack, Heinz Piontek, Hermann Rinn, Eugen Roth, Nelly Sachs, Ernst Schnabel, Wolfdietrich Schnurre, Albert Arnold Scholl, Theophil Spoerri, Gustav Stein, H.H. Stuckenschmidt, Karl Schwedhelm, Eduard Trier, Franz Tumler, Johannes Urzidil, Frantz Vossen, Georg von der Vring, Kurt Wais, Walt Whitman, Karl Alfred Wolken

Vorwort

Das literarische und das künstlerische Dokument, Interpretation, Kritik und Diskussion – unter diesen Stichworten hat man die Elemente zusammenfassen wollen, aus denen sich der JAHRESRING von jeher aufbaut: keine der üblichen Anthologien, sondern der jährlich wiederholte Versuch, die gestalterischen Kräfte der Gegenwart in ihrer Gemeinsamkeit und ihrer Gegensätzlichkeit, in ihren typischen oder, soweit möglich, exemplarischen Erscheinungsformen nicht so sehr zur Schau, als zur Diskussion zu stellen.

Der JAHRESRING 59/60, als der 6. Band der gesamten Folge, ergänzt das in den vorhergehenden Ausgaben sichtbar gemachte Bild, indem er stärker als das Gemeinsame diesmal die Gegensätzlichkeiten im spannungsreichen Kraftfeld unserer Zeit zu Wort kommen läßt, von Ernst Jünger zu Wolfgang Koeppen, von Alfred Andersch zu Johannes Urzidil, von Nelly Sachs zu Heinz Piontek, von Peter Gan zu Helmut Heißenbüttel.

In einem von Carl Linfert geleiteten Streitgespräch zwischen Hans Sedlmayr und Arnold Gehlen über die Frage „Bis wohin ist Malerei Kunst?“ werden Existenzprobleme der modernen Kunst ausgetragen, die in ihrer Konsequenz durchaus über das nur ästhetische Gebiet hinausweisen. In entsprechender Abwandlung könnte der Titel dieser Auseinandersetzung auch über dem großen literaturkritischen Beitrag von Hans Erich Nossack stehen, der mit dem Begriff einer „Freizeitliteratur“ weite Gebiete der heutigen literarischen Produktion in Frage stellt. Der gemeinsame Nenner dieser kritischen Bemühungen wird erkennbar in der Abhandlung Hans Freyers „Leben aus zweiter Hand“ und in neuen Tagebuchaufzeichnungen Ernst Jüngers: hier wie dort geht es zuletzt um die gefährdete Autonomie des Menschen und seiner produktiven Kräfte im technologischen Zeitalter. Der Band gibt erstmalig den vollen Wortlaut des Hörspiels „Die Stunde des Huflattichs“ von Günter Eich wieder. Kurt Wais stellt – im Jubiläumsjahr 1959 – „Schillers Echo im Ausland“ dar. Die Reihe der Berichte über das Mäzenatentum setzt Frantz Vossen mit einer Studie über die Kunstpflege in Frankreich „Kunst als Res Publica“ fort. Daniel-Henry Kahnweiler gibt Gespräche mit Picasso wieder. Werner Hofmann betrachtet den Funktionswandel des Museums. In Nachrufen wird wieder der Verstorbenen des Jahres gedacht: Leopold Ziegler, Rudolf Kassner, Mechtilde Lichnowsky, Walter F. Otto, Lion Feuchtwangen, Peter Suhrkamp, Olaf Gulbransson. In der Chronik Berichte von Hans Bender, K. A. Horst, H. H. Stuckenschmidt, Friedrich Luft u. a. Sämtliche Beiträge sind unveröffentlicht.

„Bisher sind fünf Bände des Jahresrings erschienen; durchgeht man die Folge dieser Bände, so erkennt man bald, daß sie sich gegenseitig vortrefflich ergänzen, so daß der dem Einzelband aus räumlichen Gründen verwehrte umfassende ‚Querschnitt‘ sich zusehends verdichtet und wir uns einem eigentlichen Panorama der geistig-künstlerischen Gegenwart des deutschen Sprachgebiets gegenübersehen.“ (Nationalzeitung, Basel)

„Diese auf hohem Niveau stehende Sammlung bietet eine schöne Übersicht über die traditionellen und experimentellen Leistungen der deutschen Kunst und Literatur.“ (Telegraf, Berlin)