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Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: England

Jörg A. Henle, Hans Bender, Eduard Trier, Volker Neuhaus, Bernhard Freiherr von Loeffelholz, Arend Oetker (Hrsg.)

Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: England

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1983
Sprache: Deutsch
Seiten: 287
ISBN: 3-421-06158-0

Beiträge von: Rose Ausländer, Harold Baldry, Heinz Czechowski, Hugo Dittberner, Herbert Eisenreich, Elke Erb, Hans J. Fröhlich, Christoph Geiser, Martin Grzimek, Harald Hartung, Rolf Haufs, Seamus Heaney, Wolfgang Held, Georg Hensel, Koschka Hildenbrand, Werner Hofmann, Ted Hughes, Michael Hulse, Gerhard R. Koch, Gerhard Köpf, Brigitte Kronauer, J. W. Lambert, Philip Larkin, Roger McGough, Oskar Pastior, Stefanie Poley, Konrad Rabensteiner, Craig Raine, Michael Ratcliffe, Peter Schneider, Ronald Smith, Manfred Sturmann, D. M. Thomas, Christian W. Thomsen, Eduard Trier, Franz Tumler, Peter Winter, Joseph Zoderer, Auguste Zàbori, Gerald Zschorsch          

Vorwort

Der JAHRESRING erscheint mit Band 83-84 zum 30. Mal. Das 1954 vom Kulturkreis im BDI mit emphatischen Vorsätzen begründete „Jahrbuch zur Kunst und Literatur der Gegenwart“ hat durchgehalten. Die Anhänger blieben ihm treu. Neue Leser wurden hinzugewonnen. In Bibliotheken des Auslands gilt es als Standardwerk der Information. Die Kritiker hier haben ihm wiederholt den Rang eines „Logbuchs“ und einer „Chronik des deutschen Kulturlebens“ bezeugt. Joachim Moras, der erste Verantwortliche Redakteur, Mitarbeiter des Begründers Rudolf de le Roi, hat im Nachwort des Bandes 54 einige dieser Vorsätze formuliert: „In diesem Jahrbuch wird versucht, zu einer Klärung der Situation beizutragen, indem es einen Überblick gibt, der frei ist von irgendwelchen wirtschaftlichen oder propagandistischen Absichten.“ Er schrieb: „Sowohl im Wort wie im Bild werden daher die abstrakten, die surrealen und die wieder auf eine Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit gerichteten Tendenzen ohne Vorbehalt, ja schonungslos gezeigt …“ Jeder Band war wichtig im Jahre des Erscheinens. Jeder Band ist nun wichtig, wenn man von heute her zurückblickt auf die Vergangenen drei Jahrzehnte.

Im Sammelwerk zeigt sich, welchen Weg Literatur und Kunst genommen haben. Welche Autoren und Künstler daran beteiligt waren. Die Kontinuität wird erkennbar, aber auch was neu und innovatorisch war vor dreißig, vor zwanzig, vor zehn Jahren. Was damals als fremd, schwierig, experimentell galt, oft auch befehdet wurde, und nun ganz selbstverständlich seinen Platz einnimmt in der Kunst- oder Literaturgeschichte.

Seit Band 79-80 steht auf den ersten Seiten im JAHRESRING jeweils das „Länderporträt“. Italien, Polen, Schweden, Portugal war es bisher gewidmet. Alle Darstellungen waren mit der Absicht Verbunden, die Aufmerksamkeit des einen Volkes für das andere möge zunehmen; vor allem für die Schönheiten und Besonderheiten ihrer Literatur, Malerei, Musik, ihres Theaterlebens und Filmschaffens. Mehr Hindernisse, Vorurteile, Klischees, als zu erwarten waren, versperren das Verhältnis Deutschland – England. Michael Ratcliffe, der Literaturkenner und Beobachter deutschen Kulturlebens‚ beginnt seinen Beitrag mit der spöttischen Konstatierung: „Die kulturellen Beziehungen zwischen England und Deutschland bilden eine einzige Tragikomödie voller Begeisterung und Mißverständnisse, was auf der schmerzhaften und immer wieder überraschenden Erkenntnis beruht, daß der deutsche und der englische Charakter verschieden sind.“ Michael Hulse schließt seinen Überblick über die Rezeption der deutschen Nachkriegsliteratur in England blasphemisch mit der Bemerkung: „Es hat sich nichts geändert im perfiden Albion.“

Die Primärtexte im JAHRESRING 83-84 beginnen mit den Beiträgen der vier Autoren, denen das Literarische Gremium des Kulturkreises die Ehrengaben 1983 zugesprochen hat: Martin Grzimek, Wolfgang Held, Peter Schneider, Joseph Zoderer. Ihre Gedichte und Prosastücke setzen sich fort in den nächsten Kapiteln: Autoren unterschiedlicher Generationen kommen zu Wort mit neuen Schaffensproben; vor allem mit sehr eindringlichen Erzählungen und Romankapiteln.

„Kum mer gön ins Monster…“ (Stefanie Poley), „Bilderflut und Positionszeichen“ (Peter Winter); „Bilderängste“ (Werner Hofmann), „Das Denkmal ist tot, es lebe das Denkmal“ (Eduard Trier) sind diesmal die Themen der Bildenden Kunst. Die CHRONIK berichtet über die Neuerscheinungen des Buchmarktes, über Aufführungen des Sprechtheaters, der Opernbühne und des Konzertpodiums. Hans Fröhlich, Georg Hensel, Gerhard R. Koch sind die zuverlässigen kritischen Chronisten.