#016

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Rudolf de le Roi, Hans Bender, Eduard Trier (Hrsg.)

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart #16 Jahresring 69/70 – Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1969
Sprache: Deutsch
Seiten: 394

Beiträge von: Cyrus Atabay, Ernst Augustin, Ingrid Bachér, Heiner Bastian, Horst Bienek, François Bondy, Rolf-Gunter Dienst, Marianne Eichholz, Manfred Franke, Werner Haftmann, Helmut Heissenbüttel, Werner Helwig, Georg Hensel, Kurt Heynicke, Peter W. Jansen, Ernst Jünger, Friedrich Georg Jünger, Volker Kahmen, Marie Luise Kaschnitz, Hermann Kesten, Ernst Kreuder, Karl Krolow, Ernst Meister, Adolf Muschg, Dagmar Nick, Hans Erich Nossack, Helga M. Novak, Heinz Piontek, Elisabeth Plaess, Sophie Dorothee Podewils, Hans Werner Richter, Juliane Roh, Hans Saner, Doris Schmidt, Ernst Schnabel, Heinz-Ludwig Schneiders, Eduard Trier, Guntram Vesper, Heinrich Vormweg

Vorwort

„Er hat mittlerweile seine Tradition, auch was die eigene, innere Einrichtung betrifft. Und trotzdem fällt der JAHRESRING der Deutschen Verlags-Anstalt in jedem Jahr anders aus. So wie sich in der künstlerischen Diskussion von Jahr zu Jahr neue Schwerpunkte herausbilden‚ wie die Entwicklung von Schriftstellern in einem Jahr unmerklich aber im nachhinein doch gravierend zunehmen kann, so verändert sich dies Buch, das ein Spiegel dessen sein will, was in den Künsten in Deutschland während eines Jahres vorging."

Brigitte Desalm schrieb in einer Funksendung der Deutschen Welle, Köln, diese treffende Charakteristik vom JAHRESRING 68/69. Diskussion und Veränderung im gleichen Sinne sollen auch diesen neuen Band kennzeichnen. Die Herausgeber haben eine Auswahl zusammengestellt, welche die gegenwärtige Situation der deutschen Literatur und Kunst in hervorragenden Beispielen aufzeigt.

Den Band eröffnet eine Folge von Prosastücken, in denen Schriftsteller ihre Reisen in ferne Länder beschreiben: Ernst Jünger und Ernst Augustin, Elisabeth Plessen und Ernst Schnabel. Jeder Autor findet eine eigene poetische Spielart, seine Erlebnisse wiederzugeben. Auch der Lyrikteil zeichnet sich durch die Fächerung unterschiedlicher Formen aus. Kurt Heynicke, der letzte Vertreter der „Menschheitsdämmerung", fesselt mit seinen neuen Gedichten ebenso stark wie die Lyriker der nächsten Generationen. Marie Luise Kaschnitz, Ernst Meister, Karl Krolow kommen mit Zyklen zu Wort. Hermann Kesten, den man hauptsächlich als Romancier und Essayisten kennt, stellt sich mit Gedichten vor, die in die Zeit sprechen. Zu den Autoren des Prosateils gehören Hans Erich Nossack und Ernst Kreuder, Hans Werner Richter und Adolf Muschg, Heinz Piontek und Marianne Eichholz, Manfred Franke, Helga Novak und Heiner Bastian. Es sind Ausschnitte aus entstehenden Romanen, neue Erzählungen, experimentelle Texte, die sich zu einem Kaleidoskop zeitgenössischer Prosa zusammensetzen.

Neben den Essays zur Literatur von Francois Bondy und Helmut Heissenbüttel nehmen die Essays zur bildenden Kunst den breitesten Raum ein. Eduard Trier schreibt über „Der Bildhauer und sein Material", Rolf-Gunter Dienst über „Konsistenzveränderungen der Plastik", Volker Kahmen über „Anonyme Skulpturen". Die Aufsätze und die Abbildungen, die ihnen beigegeben sind, zeigen die Spannweite der modernen Plastik bis hin zu den Figuren und Zeichen, für die alle früheren Vorstellungen ihre Gültigkeit verloren haben. Der mehrseitige Bildteil NEUERWERBUNGEN DEUTSCHER MUSEEN ergänzt dieses Gespräch über Plastik und Skulptur.

Zur dauernden Einrichtung im JAHRESRING gehört die CHRONIK. Für sie schreiben die Ereignisse die Themen vor. In dokumentierenden, aber auch kritischen Aufsätzen werden die Geschehnisse des literarischen und kulturellen Lebens festgehalten. Heinrich Vormweg gibt einen Überblick über die Neuerscheinungen des Buchmarktes; Georg Hensel einen zusammenfassenden Bericht über die wichtigsten Ereignisse der Schauspielbühne; Heinz-Ludwig Schneiders wertet Opernuraufführungen und Neuinszenierungen, wobei auch die wichtigsten Bühnenereignisse der DDR einbezogen sind. Doris Schmidt berichtet schließlich über alle Kunstausstellungen, die eine überregionale Beachtung verdienten.

Der Abschnitt IN MEMORIAM würdigt Leben und Leistung der Verstorbenen. Es sind die Schriftsteller Wilhelm Lehmann, Rudolf Pannwitz und August Scholtis; der Maler Theodor Werner und der Philosoph Karl Jaspers.