#012

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Rudolf de le Roi, Hans Bender, Eduard Trier (Hrsg.)

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart #12 Jahresring 65/66 – Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1965
Sprache: Deutsch
Seiten: 440

Beiträge von: Heinz Ludwig Arnold, Cyrus Atabay, Wolfgang Bächler, Hans Bender, Felix Berner, Thomas Bernhard, Horst Bienek, Zbigniew Bieńkowski, Nicolas Born, Heinrich Böll, Rainer Brambach, Karl Dedecius, F. C. Delius, Marieluise Fleisser, Hanns Theodor Flemming, Walter Helmut Fritz, Günter Bruno Fuchs, Albrecht Goes, Albert Paris Gütersloh, Peter Härtling, Zbigniew Herbert, Herta Hesse, Kurt Heynicke, Friedrich Hitzer, Eva van Hoboken, Friedrich Hommel, Karl August Horst, Sergej Jessenin, Anna Klapheck, Alexander Kluge, Karl Krolow, Günter Kunert, Stanislaw Jerzy Lec, Wladimir Majakowskij, Christoph Meckel, Ernst Meister, Hans Erich Nossack, Heinz Ohff, Heinrich Wigand Petzet, Vasko Popa, Julian Przyboś, Wolfgang Ramsbott, Georg Ramseger, Tadeus Rózewicz, Margot Scharpenberg, Georges Schlocker, Werner Schmalenbach, Arno Schmidt, Wieland Schmied, Leopold Staff, Hann Trier, Johannes Urzidil, Georg von der Vring, Werner Weber, Rolf Wedewer, Ernst Wendt, Wolfgang Weyrauch, Karl Alfred Wolken

Vorwort

Der Titel dieses Buches – JAHRESRING – sagt es als Metapher, wie Literatur und Kunst unserer Gegenwart darin vorgestellt sein wollen: als Kennzeichen stetigen Wachstums, als Kennzeichen geistiger Lebendigkeit. Der JAHRESRING ist ein aktuelles Buch; d. h. er veröffentlicht Dichtungen, Aufsätze, Vorträge, die im Klima unserer Tage entstanden sind; er veröffentlicht Bilder, Plastiken und Bauwerke, die als Darstellung unserer kollektiven Gestimmtheit, als Aufträge und Ausweise betrachtet zu werden Verdienen.

Der JAHRESRING ist zudem ein anthologisches Buch; d. h. er zeigt in den Gemeinsamkeiten die Individuen, die Richtungen, die Temperamente und Tendenzen. Schon deshalb ist er ein Vorurteilsfreies, ein offenes Buch. Der JAHRESRING erscheint zum zwölften Mal. Die Herausgeber (Rudolf de le Roi, Hans Bender, Eduard Trier) möchten ihn als Fortsetzung aller früheren Bände aber auch als bewußte Sammlung dieser Tage gewertet sehen.

Die Prosatexte von Peter Härtling, Alexander Kluge, Margot Scharpenberg, Walter Helmut Fritz, Nicolas Born, Karl Alfred Wolken, Horst Bienek, die Erzählungen von Marieluise Fleisser, Albert Paris Gütersloh, Johannes Urzidil stehen nicht nur als Beispiele unterschiedlicher, nebeneinander möglicher Stilarten, sondern auch als Beispiele persönlicher Realitätserfahrung. Der Versuch, neu, ungewohnt zu stenografieren, kommt ebenso kräftig und überzeugend zum Ausdruck wie der Wunsch, nochmals die Form der Novelle zu erproben. Da stehen die Gedichte von Kurt Heynicke, Georg von der Vring, Cyrus Atabay, Karl August Horst, Wolfgang Bächler, Rainer Brambach‚ Christoph Meckel, Günter Kunert, F. C. Delius‚ Eva van Hoboken; sie sind nicht nur ein Bündel heute möglicher lyrischer Stile, sondern auch Beispiele getrennter, Ieidenschaftlicher Versuche, die allen geglückten Gedichten gemeinsame Evidenz zu erreichen. Arno Schmidt – mit der Ehrengabe 1965 des Kulturkreises ausgezeichnet – hat sein bisher ungedrucktes Funkmanuskript „Angria und Gondal" zur Verfügung gestellt.

In Tagebuchaufzeichnungen und Vorträgen sprechen Karl Krolow, Heinrich Böll, Hans Erich Nossack und Thomas Bernhard stellvertretend von den Konflikten des Künstlers und des politisch denkenden Zeitgenossen. In zwei Aufsätzen (Karl Dedecius, Georges Schlocker) werden die Wechselwirkungen der deutschen Literatur mit der polnischen und französischen Literatur der Vergangenen hundert Jahre untersucht. Georg Ramseger führt mit seinem Aufsatz eine neue Thematik ein: „Fotografie und Fotografieren heutzutage".

Die CHRONIK dokumentiert die Ereignisse der Sprech- und Opernbühne, der Galerien und des Büchermarktes vom Herbst 64 und Frühjahr 65. IN MEMORIAM erinnert an die großen Verstorbenen Schriftsteller und Maler. Die „Neuerwerbungen der deutschen Museen" bilden einen geschlossenen, eindrucksvollen Bildteil.