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Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Ungarn

Jörg A. Henle, Hans Bender, Eduard Trier, Volker Neuhaus, Bernhard Freiherr von Loeffelholz, Arend Oetker (Hrsg.)

Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Ungarn

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1985
Sprache: Deutsch
Seiten: 319
ISBN: 3-421-06286-2

Beiträge von: Rose Ausländer, Fakir Baykurt, Sándor Csoóri, Huga Dittberner, Roderich Feldes, Reiner Flügge, Zsuzsanna Gahse, Christian Geissler, Gábor Görgey, Paul Gratzik, Ulla Hahn, Anna Hajnal, Eva Haldimann, Hörg A. Henle, Georg Hensel, Werner Hofmann, Dieter Honisch, Amy Károlyi, Heinrich Klotz, Michael Kluth, Olly Komenda-Soentgerath, Barbara König, Burkhart Kroeber, Karl Krolow, Sigrit Kruse, Lászlo Lator, Frank-Wolf Matthies, Nagy, Ágnes Nemes, Volker Neuhaus, Hans-Henning Paetzke, János Pilinszky, Urs Raussmüller, Karl Ruhrberg, Peter Rühmkorf, Christel Sauer, Werner Schmalenbach, Bernhard Schultze, Thomas Silvin, Robert Stauffer, Kyra Stromberg, Alain Claude Sulzer, Hannelies Taschau, Ralf Thenior, Jürgen Theobaldy, Eduard Trier, Lothar Trolle, Franz Tumler, Sándor Weöres, Sabine Zahn

Vorwort

Dem „Land der Magyaren", Ungarn, ist das Länderporträt im JAHRESRING 85/86 gewidmet. Es zeigt, wie selbstverständlich Ungarns Kultur und Kunst, Ungarns Theater und Film früher für uns waren. Ungarns kulturpolitische Öffnung seit 1956 fordert gerade uns Deutsche auf, verstärkt mit dern Land, dem Volk und seiner Kultur sich zu befassen. Zsuzsanna Gahse, Eva Haldimann, Michael Kluth, Hans-Henning Paetzke und Robert Stauffer gehen in kenntnisreichen Aufsätzen und Überblicken den verschiedenen Facetten nach: Geschichte, jüngste Vergangenheit, Gegenwart, und wie sie sich äußern im Land selber und in der Begegnung und Beziehung zu uns. Eine kurze Anthologie „Ungarische Gedichte des 20.]ahrhunderts" bezeugt den hohen Wert, den die Ungarn ihrer Lyrik einräumen. In Gedichten können sie frei sich aussprechen. Hoffnung scheint auf. In Lyrik, Prosa und Bekenntnissen bekundet sich Einigkeit der Autoren, „die verhängnisvolle Teilung von Europa in Ost und West mindestens intellektuell aufzuheben".

Dem Länderporträt folgt, wie in jedem JAHRESRING, die Vorstellung von Autoren, denen das Gremium Literatur des Kulturkreises die Preise des Jahres zugesprochen hat: Barbara König, als herausragende Autorin von Romanen, Erzählungen, Hör- und Fernsehspielen; Fakir Baykurt, als bedeutendster Autor der türkischen Gegenwartsliteratur, der seit 1979 in Duisburg im Exil lebt und nach seinen anatolischen Themen daheim nun zum kritischen Beobachter seiner Landsleute und ihrer Probleme in der Bundesrepublik geworden ist. Burkhart Kroeber, hochgeschätzter Übersetzer französischer und italienischer Literatur, wurde der Übersetzerpreis zugesprochen. In seinem Aufsatz „Ein Gedicht Pablo Nerudas, dreimal verdeutscht" demonstriert Kroeber vorbildlich die Praxis literarischen Übersetzens. Den Preisträgern folgen auf den nächsten Seiten deutschsprachige Autoren der Gegenwart mit neuen Texten. Gedichte, Erzählungen, Romankapitel fügen sich zu einer eindrucksvollen Anthologie, aber auch, wie die Herausgeber es beabsichtigen, zu einem signifikanten Überblick unserer Gegenwartsliteratur.

Im Kapitel zur bildenden Kunst stehen Aufsätze versammelt, die sich mit neuen Museumsbauten und Ausstellungshallen beschäftigen. Die Verfasser selber waren oder sind an ihnen beteiligt: Heinrich Klotz, Urs Raussmüller und Christel Sauer-Raussmüller. Aufsätze reihen sich an, die über Tätigkeiten des Kulturkreises im vergangenen Jahr berichten. Im Mittelpunkt ein Aufsatz von Jörg A. Henle über die Grundsatzstiftung, die diesmal für das Projekt „Schlesische Straße 27" Verwendung fand; ein Jugend- und Kulturzentrum für deutsche und ausländische Kulturgruppen in Berlin-Kreuzberg, das im Herbst 1985 seine Pforten öffnet.

Zum Thema Musik beginnt im Band 85/86 eine Reihe von Komponistenporträts. Sabine Zahn hat Aribert Reimann interviewt. In der CHRONIK referieren Thomas Silvin über die Neuerscheinungen des Literaturmarktes („Schlagt ihn tot, er ist ein Autor"), Georg Hensel über Uraufführungen und Neuinszenierungen der Sprechtheater („Der Schlaf der Liebe gebiert Ungeheuer"). Zwei Nachrufe gedenken der Lebensleistungen von Alfred Hentzen und Bernhard Sprengel. Viele Beiträge werden, wie in jedem JAHRESRING, durch Farbtafeln und Fotografien ergänzt. Zwei renommierten deutschen Malern, die ihr 70. Lebensjahr vollendeten, Hann Trier und Bernard Schultze, werden durch die Reproduktionen ihrer Werke Glückwünsche ausgesprochen.