#057

My Work and Me

Susanne Pfeffer, Brigitte Oetker (Hrsg.)

My Work and Me

Verlag: Buchhandlung Walther König, Köln
Erscheinungsjahr: 2010
Sprache: Deutsch/Englisch
Seiten: 160
ISBN: 978-3-86560-905-2

Beiträge von: John Baldessari, Robert Barry, Yael Bartana, Monica Bonvicini, Ulla von Brandenburg, Mircea Cantor, Joe Coleman, Keren Cytter, Thomas Demand, Thea Djordjadze, Hans-Peter Feldmann, Peter Fischli und David Weiss, Cyprien Gaillard, Isa Genzken, Douglas Gordon, Petrit Halilaj, Rachel Harrison, Alfredo Jaar, Christian Jankowski, Sergej Jensen, Annika Kahrs, Annette Kelm, Alicja Kwade, Olaf Nicolai, Marcel Odenbach, Roman Ondák, Sarah Ortmeyer, Ulrike Ottinger, Dan Perjovschi, Willem de Rooj, Gregor Schneider, Norbert Schwontkowski, Santiago Sierra, Andreas Slominski, Elaine Sturtevant, Wolfgang Tillmans, Rosemarie Trockel, Luc Tuymans, Andro Wekua, Thomas Zipp

Inhalt

Vorwort (Einladung)


Liebe/r …,

Mein Werk und ich. Möglicherweise ist die Bindung zwischen einem Künstler und seinem Werk eines der schwierigsten, existentiellsten, aber auch großartigsten Themen, mit denen sich ein Künstler tagtäglich auseinandersetzen muss.

Künstler zu sein bedeutet eine ultimative Freiheit, es bedeutet, das eigene Werk oder die Arbeit aus sich selbst heraus entwickeln zu können. Kein anderer Bereich öffnet für das Ich größere Möglichkeiten der Verwirklichung, jede Grenze kann und muss selbst definiert werden. Das Künstlersein ist damit einzigartig und beinhaltet schöpferische Kraft und Freiheit ebenso wie das Ringen mit eben jenen Möglichkeiten.

Unter dem Titel Mein Werk und ich möchte ich Dich sehr herzlich zu einer Reflexion über genau dieses Thema einladen. Entstehen soll ein reines Künstlerbuch, das ausschließlich aus künstlerischen Beiträgen bestehen wird.

Wandelt man durch ein Museum alter Meister, bleibt man immer wieder stehen und bemerkt: hier ein Rembrandt, ein Rubens dort, eine Vermeer vielleicht. Stets wird das Werk beim Namen des Künstlers genannt, wird semiotisch zum Künstler und erscheint als Teil seiner selbst wahrgenommen zu werden. Ruben ist damit gleichsam auch seine Malerei. Wie aber wird diese Ineinssetzung vom Künstler wahrgenommen? Ist die Beziehung zwischen Künstler und Werk so existentiell, dass es keine Trennung gibt und der Schaffensakt wie das Kunstwerk immer untrennbar mit dem eigenen Selbst verbunden sind? In welcher Weise ist man Teil des Werks? Oder sucht man Strategien, das eigene Werk von sich zu trennen? Gibt es möglicherweise gar keine Einheit von Künstler und Werk? Ist die uneingeschränkte Freiheit des Schaffens und der schöpferischen Kraft nur Segen oder manchmal auch Fluch?

Ich würde mich mehr als freuen, wenn Du meine Einladung zur Teilnahme an dem geplanten Künstlerbuch annehmen würdest! Das Seitenmaß der Publikation beträgt 24 (Höhe) mal 17 (Breite) cm (mit einer Anschnittszugabe von 3 mm). Welche Form die Verbildlichung annimmt, bleibt ganz Dir überlassen. Einzig eine zeitliche Deadline müssen wir einhalten: bis zum 25. Juli 2010 sollten die Seiten bei mir sein. Das Künstlerbuch erscheint als 57. Jahresring, eine Publikationsreihe, die Brigitte Oetker im Auftrag des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. herausgibt, im Verlag der Buchhandlung Walther König. Bitte lass mich doch wissen, ob Du dabei bist!

Ich hoffe, bald von dir zu hören, und stehe für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen und Wünschen

Susanne Pfeffer


Anstelle eines Nachworts

„Schlechte Kunst, da kann man dann basteln, und zur höheren Kunst formen durch Lebenswerk. Lebenswerk, darum geht’s ja, du mußt was Anständiges im Leben geleistet haben. Das ist eigentlich so die Regieanweisung von oben. Sonst Hölle.“ Martin Kippenberger

My work and Me ist nach der Öffentliche Blick (1991) und Schönheit (2003) der dritte Jahresring, der als autonomes Künstlerbuch erscheint. Ich danke den Künstlerinnen und Künstlern für ihre Beiträge und Susanne Pfeffer für die Konzeption dieses Buches.

Brigitte Oetker