#014

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Rudolf de le Roi, Hans Bender, Eduard Trier (Hrsg.)

Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart #14 Jahresring 67/68 – Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1967
Sprache: Deutsch
Seiten: 419

Beiträge von: Ilse Aichinger, Alfred Andersch, Hans Arp, Ernst Augustin, Willi Baumeister, Thomas Bernhard, Horst Bienek, Max Bill, Elisabeth Borchers, Hans Flesch von Brunningen, Elias Canetti, Ulrich Conrads, Brigitte Desalm, Marianne Eichholz, Albrecht Fabri, Joseph Faßbender, Manfred Franke, Walter Helmut Fritz, Peter Gan, Carola Giedion, Martin Gregor-Dellin, H. A. P. Grieshaber, Wolfgang Hädecke, Dietrich Helms, Wolfgang Hildesheimer, Erika von Hornstein, Karl August Horst, Peter W. Jansen, Friedrich Georg Jünger, Marie Luise Kaschnitz, Anna Klapheck, Paul Klee, Christine Koschel, Barbara König, Ernst Kreuder, Karl Krolow, Günther Kühne, Ernst Meister, Teo Otto, Heinrich W. Petzet, Fritz J. Raddatz, Christa Reinig, Rino Sanders, Arno Schmidt, Heinz-Ludwig Schneiders, Heinz Schöffler, Karl Schumann, Kurt Schwitters, Hilde Spiel, Eduard Trier, Fritz Usinger, Guntram Vesper, Heinrich Vormweg, Rolf Wedewer, Dieter Wellershoff, Wolfgang Weyrauch, Karl Alfred Wolken

Vorwort

„Es geschieht ganz ohne Schönrednerei, wenn wir diesen alljährlichen Querschnitt durch die deutsche Literatur und Kunst selbst zu den nachhaltigen Eindrücken des kulturellen Lebens rechnen – nach der Breite ihres Spektrums wie nach dem Gewicht der überwiegenden Mehrzahl ihrer Beiträge ist diese Anthologie und Kulturchronik noch immer unübertroffen." (Westermanns Monatshefte)

Der JAHRESRING 67/68 will alle Eigenschaften, die seine Freunde und aufmerksamen Leser an ihm schätzen, erneut bestätigen. Wieder wird eine Auslese zeitgenössischer deutscher Dichtung geboten. Wieder werden moderne Malerei und Plastik in vielen Abbildungen gezeigt. Malerei wird diesmal in ihrem Wechselspiel zur Poesie betrachtet. Die Gegenwärtigkeit unserer Literatur und Kunst wird dokumentiert in chronikhaften Aufzeichnungen.

Die Herausgeber haben die Beiträge nach ihren Gattungen und Tendenzen übersichtlich gegliedert. Romankapitel und Erzählungen nehmen den breitesten Raum ein. Ilse Aichinger, Ernst Augustin, Thomas Bernhard, Elisabeth Borchers‚ Martin Gregor-Dellin, Wolfgang Hildesheimer, Barbara König, Ernst Kreuder, Karl Alfred Wolken u. a. beweisen mit neuen, zum ersten Mal veröffentlichten Texten die Kontinuität und Wandlungsfähigkeit der Prosa. Alfred Andersch, Elias Canetti, Albrecht Fabri, Marie Luise Kaschnitz, Karl Krolow und Arno Schmidt sind mit Aufzeichnungen vertreten, die das Verhältnis Schriftsteller – Wirklichkeit unmittelbar verzeichnen. Dieter Wellershoffs Hörspiel „Die Schatten" steht für die junge Gattung, deren Formen sich immer wieder erneuern. Zeitgenössische Lyrik ist in schönsten Beispielen vertreten. Unter den Lyrikern figurieren neben den Altmeistern Peter Gan und Ernst Meister die jungen Lyriker Horst Bienek, Walter Helmut Fritz, Christine Koschel und Guntram Vesper.

Große Maler des 20. Jahrhunderts sind zu einem Symposion versammelt: Hans Arp, Willi Baumeister, Max Bill, Joseph Faßbender, HAP Grieshaber, Paul Klee, Teo Otto, Kurt Schwitters. Für sie waren und sind Farben und Wörter einander verwandte Ausdrucksmöglichkeiten. Rolf Wedewers Aufsatz „Bild und Titel" sowie Carola Giedion-Welckers Essay „Paul Klees Verbindung zur Poesie" zeigen diese fließenden Grenzen zwischen Malerei und Dichtung auf. Ein eigener, geschlossener Bildteil, der viel Beifall gefunden hat – die „Neuerwerbungen deutscher Museen" – wird zum vierten Mal fortgeführt.

Die Aufsätze zur Literatur untersuchen eine seit langem fällige Themenstellung: „Provinz – ein Schlüsselwort der deutschen Literatur" (Heinrich Vormweg). Zwei weitere Aufsätze stellen Fragen nach den Beziehungen des Dichters heute zu seinen Lesern. Müssen ein Kommunikationsschwund, eine Vertrauenskrise diagnostiziert werden? Die moderne Dichtung spricht mit Beschwörungsformeln‚ mit Anrufen, Notsignalen, sogar mit Schmähungen und Verneinungen. Die Aufsätze von Fritz J. Raddatz und Brigitte Desalm fordern dazu auf, über die Situation nachzudenken. Beide Aufsätze wollen auch verstanden werden als Kommentare zu der in diesem Band vorgestellten Lyrik und Prosa.

Der Chronikteil des JAHRESRINGS 67/68 behält seine bisherige Ordnung bei. Die Ereignisse der Bühne, die wichtigen Ausstellungen in den Galerien werden dokumentiert. Bücher-Neuerscheinungen werden rezensiert, um dem Leser den Zugang zu erleichtern. Der Abschnitt „In memoriam" würdigt Leben und Leistung der Verstorbenen: Hans Arp und Max Taut, Heimito von Doderer und Kasimir Edschmid, Werner Hebebrand, Wieland Wagner und Joseph Caspar Witsch. Zu ihren Lebzeiten gehörten einige zu den Mitarbeitern dieses Buches, das als mäzenatisches Unternehmen in unseren Tagen ohne Konkurrenz ist.