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Touching the Stone – China Kunst Heute

Waling Boers, Brigitte Oetker (Hrsg.)

Touching the Stone – China Kunst Heute

Verlag: Buchhandlung Walther König, Köln
Erscheinungsjahr: 2006
Ausgabe: Deutsch/Englisch
Seiten: 279
ISBN: 978-3-86560-163-6

Beiträge von: Thomas Bayrle, Xu Bing, Waling Boers, Lu Chunsheg, Pi Daojian, Liu Ding, Zhang Enli, Cao Fei, Yang Fudong, Wang Guangyi, Zheng Guogu, Cai Guoqiang, Ni Haifeng, Hong Hao, Zhang Huan, Christian Jankowski, Wang Jianwei, Yang Jiecang, Yin Jinan, Martina Köppel-Yang, Son Kun, Yan Lei, Pi Li, Erik van Lieshout, Fang Lijun, Carol (Yinghua) Lu, Kem Lum, Jonathan Monk, Zhang Peili, Huang Rui, Chen Shaoxiong & Ozawa Tsuyoshi, Mark Siemons, Xu Tan, Zhou Tao, Stephanie Tasch, Zhou Tiehai, Philip Tinari, Wang Wei, Ai Weiwei, Zhang Xiaogang, Chen Xiaoyun, Sun Xun, Gong Yan, Yi Ying, Huang Yongping, Sun Yuan, Liang Yue, Xu Zhen, Qui Zhijie, Zhou Zixi, Big Tail Elephant Group, Yangjiang Group

Inhalt

Vorwort

Dieser Text (von Jorge Luis Borges) zitiert „eine gewisse chinesische Enzyklopädie“, in der es heißt, dass „die Tiere sich wie folgt gruppieren: „ a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen.“

Bei dem Erstaunen über diese Taxinomie erreicht man mit einem Sprung, was in dieser Aufzählung uns als der exotische Zauber eines anderen Denkens bezeichnet wird – die Grenze unseres Denkens: die schiere Unmöglichkeit, das zu denken.

Michel Foucault

Wir sprechen von Ostasien und die Chinesen nennen es das Land der Mitte. Wie könnte man besser verdeutlichen, welche unterschiedlichen Perspektiven man einnehmen kann, wenn man auf China blickt! Für uns Europäer ist es exotisch, fern und fremd und für die Chinesen ist ihr Land der Mittelpunkt der Welt.

Das Interesse des Westens an diesem Land ist nach Maos Tod stetig größer geworden, und das nicht nur aus ökonomischen Gründen, sondern auch die kulturellen Entwicklungen und Veränderungen wecken große Neugierde.

Die bildende Kunst nimmt in diesem Land vielleicht einen Sonderstatus ein – so rasant ist die Entwicklung in den letzten Jahren verlaufen.

Ein Anfang war die 1999 von Harald Szeemann kuratierte Biennale in Venedig, wo er vielen Betrachtern erstmalig in größerem Umfang zeitgenössische Kunst aus China zeigte. Danach ging es mit enormer Geschwindigkeit weiter, und viele Präsentationen folgten weltweit.

Deutlich wird das Interesse an heutiger chinesischer Kunst nicht zuletzt an dem großen Markterfolg, der durch hohe internationale Auktionsergebnisse auch in den Medien sehr präsent ist.

Ich bin Waling Boers sehr dankbar, dass er in diesem Jahresring nicht nur einen Einblick in die aktuelle Szene ermöglicht, sondern auch Rückblicke auf die Anfänge in den achtziger Jahren wirft, die für das Verständnis der Phänomene wichtig ist. Er hat die wesentlichen Künstler und Akteure inner- und außerhalb Chinas zur Mitarbeit gewinnen können, so ist es ihm gelungen, einer der ersten umfassenden deutschsprachigen Bücher zu diesem Thema zusammenzustellen.


Brigitte Oetker