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Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Die Türkei

Jörg A. Henle, Hans Bender, Eduard Trier, Volker Neuhaus, Bernhard Freiherr von Loeffelholz, Arend Oetker (Hrsg.)

Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Die Türkei

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1984
Sprache: Deutsch
Seiten: 278
ISBN: 3-421-06212-9

Beiträge von: Gülten Akın, Ahmed Arif, Fakir Baykurt, Wolfgang Bächler, Franz Joachim Behnisch, Oliver Behnssen, Hans Bender, Christoph Brockhaus, Fazıl Hüsnü Dağlarca, Anne Duden, Ferit Edgü, Walter Helmut Fritz, Füruzan, Georges Hausemer, Georg Hensel, Nazım Hikmet, Gert Hofmann, Özdemir Ince, Orhan Veli Kanık, Walter Kappacher, Petra Kappert, Alice Koch, Barbara König, Gisela Kraft, Michael Krüger, Rosemarie Kuper, Gregor Laschen, Heinrich Lindlar, Werner Lutz, Klaus Martens, Ernst Meier, Yaşar Miraç, Libuše Moníková, Behçet Necatigil, Winfried Nerdinger, Erica Pedretti, Heinz Piontek, Felix Pollak, Ulrich Schacht, Robert Wolfgang Schnell, Thomas Silvin, Eduard Trier, Guntram Vesper, Aşık Veysel, Gabriele Wohmann, Ali Yüce, Bernhard Zeller

Vorwort

In beiden Ländern, in Deutschland als auch in derTürkei, rühmt man sich gern der historisch fundierten Freundschaft zwischen beiden Völkern. Zu keiner Zeit jedoch wird sie mehr auf die Probe gestellt als in unseren Tagen. Seit die „Gastarbeiter“ aus Anatolien, gerufen von der deutschen Industrie, ins Land gekommen sind und nun, schon mit Kindern und Enkel, unter uns wohnen, werden die Gegensätze zwischen den Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen erst zum Problem. Es gilt, Voreingenommenheiten auszuräumen, Toleranz zu wecken, beiderseitig, indem man den Eigenschaften des anderen jeweils nachgeht – und sie verstehen lernt.

Ein Grund, warum DIE TÜRKEI als Länderporträt und Mittelpunktsthema für den JAHRESRING 84/85 gewählt wurde. Die Herausgeber haben Mitarbeiter gewonnen, die sich als Kenner ausweisen und engagieren. Als Verfasser von Aufsätzen, die uns Leser hier über die politischen, sozialen, vor allem kulturellen Bedingungen in derTürkei unterrichten: über Literatur, Theater, Malerei in ihrer Besonderheit und Fülle. Der Bericht der türkischen Autorin Füruzan über die gegenseitigen literarischen Beziehungen fällt auf durch seine subjektive Sicht. Eine eindringliche Unterrichtung vermitteln die von Gisela Kraft zusammengestellte und übertragene kurze Anthologie „Türkische Gedichte“; aber auch ein Erlebnisbericht des berühmten Epikers Fakir Baykurt, der seit einigen Jahren in Duisburg im Exil lebt und seine und seiner Landsleute Situation ganz unmittelbar beschreibt.

Als Preisträger des Jahres 1984 wurden vom Literarischen Gremium des Kulturkreises Wolfgang Bächler, Anne Duden und Libuse Monikova bestimmt. In einem eigenen Kapitel werden sie den Lesern des JAHRESRING 84/85 vorgestellt. Wolfgang Bächler, geboren 1925, jüngstes Gründungsmitglied der „Gruppe 47“, Lyriker und Prosaist, mit eindrucksvollen Gedichten; Anne Duden, die sich als Verfasserin des Erzahlbandes „Übergang“ profiliert hat, mit Gedichten, angeregt von Francis Bacon. Libuse Monikova, die deutschschreibende Autorin aus Prag („Eine Schädigung“, „Pavane für eine verstorbene Infantin“) mit einem Essay: „Die Wunschtorte. Über literarische Wunscherfüllungen“. Den Preisträgern folgen Beiträge von weiteren Autoren und Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Hans Bender, Walter Helmut Fritz, Gert Hofmann, Barbara König, Heinz Piontek, Erica Pedretti neben Oliver Behnssen, Walter Kappacher, Georges Hausemer‚ Michael Krüger, Werner Lutz, Klaus Mertens u. a. Gedichte, Erzählungen, Romankapitel, Traum- oder Tagebuchaufzeichnungen‚ aus welchen die „Gedanken eines Jahres“ des 1979 verstorbenen Lyrikers Ernst Meister hervorragen.

Ein weiteres Kapitel ist der Bildenden Kunst eingeräumt: Christoph Brockhaus berichtet über 25 Jahre internationaler Textilkunst; Winfried Nerdinger über das Busch-Reisinger-Museum an der Harvard Universität in Cambridge/Massachusetts; Eduard Trier über das renovierte Museum of Modern Art in New York. Ein Aufsatz von Bernhard Zeller‚ Direktor des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, lädt ein, Dichterstätten, Dichterstraßen und Dichtermuseen kennenzulernen und zu besuchen.

Den Primärtexten und Essays folgt zuletzt das Kapitel CHRONIK. Mitarbeiter referieren in kritischen Beiträgen über das Berichtsjahr:Thomas Silvin über die Prosaneuerscheinungen („Nahaufnahmem Nabelschau“); Georg Hensel über Uraufführungen und Neuinszenierungen deutschsprachiger Schauspielbühnen („Das gute alte Neue“); Heinrich Lindlar über Musiklexiken, und was sie Kennern und Liebhabern bedeuten. Viele Beiträge werden, wie in jedem JAHRESRING, durch Farbtafeln und Fotografien ergänzt und bereichert.