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Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Spanien

Jörg A. Henle, Hans Bender, Eduard Trier, Volker Neuhaus, Bernhard Freiherr von Loeffelholz, Arend Oetker (Hrsg.)

Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Spanien

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1987
Sprache: Deutsch
Seiten: 297
ISBN: 3-421-06367-2

Beiträge von: Rose Ausländer, Ricardo Bada, Jürgen Becker, Ataol Behramoğlu, Walter Biemel, Felipe Boso, Günter de Bruyn, Hans Georg Bulla, Peter Burfeid, José Angel Cilleruelo, Heinz Czechowski, Bernd Dietz, Hugo Dittberner, Refik Durbas, Gültekin Emre, Sükrü Erbas, Ahmet Erhan, Rafael Ramirez Escoto, Wolfgang Georg Fischer, Walter Helmut Fritz, Zsuzsanna Gahse, Rafael Gutiérrez, Georges Hausemer, Wolfgang Held, Ramon Irigoyen, Rüdiger Jung, R. Kiefer, Walter Klier, Günter Kunert, Christa Lichtenstern, Christian Linder, Pedro Martinez, Juan Carlos Mastre, Conrad Miesen, Libuše Moníková, Sten Nadolny, Juan Luis Panero, Leopoldo María Panero, Martin Pohl, Felix Pollak, Christoph Ransmayr, Lutz Rathenow, Ignasi Riera, Andrés Sanchez Robayna, Ana Rossetti, Jutta Schutting, Jaime Siles, Arnold Stadler, Alain Claude Sulzer, Eduard Trier, Luis Antonio de Villena, Richard Wagner, Heinz Weder

Vorwort

Fünf Jahre nachdem der JAHRESRING in seinen vielbeachteten Länderporträts „Portugal“ gewürdigt hat, folgt im Band 87/88 das zweite Land der iberischen Halbinsel: „Spanien“. Spanien, sagen die Beiträge, hat sich früher und heute im Verhältnis zu den anderen Ländern Europas und der Welt vornehmlich als ein „Geberland“ erwiesen. Der Kunstphilosoph, Kenner und Liebhaber Spaniens, Walter Biemel‚ belegt diese Mittlerfunktion in seinem imposanten Überblick: „Beitrag Spaniens zur Kunst des XX. Jahrhunderts“. Der Romanist Rafael Gutierrez Girardot zeichnet den wechselvollen „Beitrag der spanischen Literatur zur Weltliteratur“. Zwei Aufsätze gelten dem Wagnis der Demokratisierung Spaniens. Der Hispanist Hans Peter Burfeid konstatiert diesen Prozeß am Beispiel der Romanliteratur und wie sie den Wandel vom totalitären zum freiheitlich-pluralistischen Staat spiegelt. Der Katalane Ignasi Riera beobachtet belebende Impulse, die Spanien aus der Autonomie seiner kulturellen Nationalitäten empfangen hat in seinem Aufsatz „Eine große Werkstatt kleinster Fragmente“. Der führende spanische Arabist Pedro Martinez Montavez behandelt das Thema „Spanien als kulturelle Brücke zur islamischen Welt“. Dagegen stellt Ricardo Bada, der in der Bundesrepublik tätige Journalist und Korrespondent, die Frage: „Spanien als kulturelle Brücke nach Lateinamerika?“ und gibt dazu informative und kritische Antworten. Einblicke in die Primärliteratur Spaniens bietet den Lesern eine kurzgefaßte Anthologie spanischer Lyrik. Sie beweist, wie junge Autoren die Freiheit der Themen und Formen nutzen und die politische Mitsprache üben.

Die Beiträge zur Literatur und Kunst der Gegenwart eröffnet Günter de Bruyn. Das Gremium Literatur des Kulturkreises hat dem in der DDR lebenden Romancier und Autor autobiographischer und biographischer Erzählungen die „Ehrengabe 87“ zugesprochen. Mit dem autobiographischen Versuch „Kinofreuden“ stellt Günter de Bruyn den Lesern sich vor. Ihm folgen, angeführt von Felix Pollak, Rose Ausländer, Günter Kunert, Gedichte aus der Bundesrepublik, der DDR und der Schweiz. Ebenso vielfältig und symptomatisch sind die Prosabeiträge, die zu einem eigenen, umfangreichen Kapitel sich sammeln: Erzählungen oder Romanausschnitte von Libuse Monikova, Sten Nadolny, Jutta Schutting, Wolfgang Held, Walter Helmut Fritz, Zsuzsanna Gahse, Christoph Ransmayr, Walter Klier, Alain Claude Sulzer und Georges Hausemer.

Die Bildende Kunst konturiert sich mit zwei Beiträgen, welche das „gegenseitige Verstehen“ zwischen Bildender Kunst und Literatur betrachten und befürworten. Christa Lichtenstern untersucht die befruchtende Begegnung zwischen Eluard, dem Lyriker, und Picasso, dem Künstler. Eduard Trier feiert Hans Arp anläßlich seines 100. Geburtstages, der Maler und Zeichner, Bildhauer und Dichter in einer Person war. Wolfgang Georg Fischer schildert in seinem Aufsatz die frühe Rezeption des bildhauerischen Werks Von Henry Moore in der Bundesrepublik. Wolfgang Fischer erklärt die Resonanz, die der 1986 verstorbene große Bildhauer gerade bei uns gefunden hat. Farbtafeln und Fotografien veranschaulichen die Texte zur Bildenden Kunst und zum Länderporträt Spanien. Das Schlußkapitel der „Chronik“ kehrt wiederum zur Literatur zurück. Christian Linder referiert über Neuerscheinungen des Buchmarktes vom Herbst 86 und Frühjahr 87. Aus der Fülle der deutschsprachigen Literatur trifft er eine Auswahl, die viele andere zum Lesen anregen soll.