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Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Tschechoslowakei

Jörg A. Henle, Hans Bender, Eduard Trier, Bernhard Freiherr von Loeffelholz, Arend Oetker (Hrsg.)

Jahrbuch für Kunst und Literatur - Im Mittelpunkt: Tschechoslowakei

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart
Erscheinungsjahr: 1988
Sprache: Deutsch
Seiten: 336
ISBN: 3-421-06475-X

Beiträge von: Rose Ausländer, Gerd Bauer, Franz Joachim Behnisch, Horst Bienek, Gerhard Bolaender, Helmut Braun, Christoph Brockhaus, Otokar Chaloupka, Rudolf Chmel, Zdeněk Čubrda, Martin R. Dean, Anne Duden, Martin Grzimek, Wolfgang Hegewald, Georg Hensel, Walter Kappacher, Petra Kappert, Lothar Klünner, Vladimír Kolár, Uwe Kolbe, Christine Koschel, Barbara König, Václav Königsmark, Michael Krüger, Otomar Kvěch, Christian Linder, Frank-Wolf Matthies, Jörg Menke-Peitzmeyer, Friedhelm Mennekes, Herta Müller, Walter Neumann, Oskar Pastior, Josef Peterka, Heinz Piontek, Thomas Rosenlöcher, Hans Dieter Schäfer, Beat Sterchi, Bohumil Svozil, Jürgen Theobaldy, Karl Alfred Wolken, Barbara Zuber

Vorwort

Der Tschechoslowakei ist das „Länderporträt" im JAHRESRING 88/89 eingeräumt. Der westlichste Westslavenstaat wird präsent in seinen kulturellen Leistungen der letzten Jahrzehnte. Kompetente Geisteswissenschaftler, Schriftsteller und Künstler beider Sprachen vermitteln den Lesern hier Einblicke in die Literatur und Kunst, in das Musik – und Theaterleben und Film schaffen. Die zeitgeschichtlichen, politischen Wechselfälle werden erkennbar. „Die Tschechoslowaken gehören wieder ganz zu Mitteleuropa", folgert Franz Peter Künzel. Ihn, den Vermittler und Übersetzer tschechoslowakischer Bücher, haben die Herausgeber des JAHRESRING als Gastredakteur gewonnen. Italien, Polen, Schweden, Spanien, Portugal, England, Ungarn, der Türkei und „Deutschland als Ausland" waren die „Länderporträts" in den Bänden vorher gewidmet.

Die Beiträge zur deutschsprachigen Literatur werden angeführt von Texten der drei Preisträger ’88: Oskar Pastior, Martin R. Dean und Beat Sterchi. Das Gremium Literatur des Kulturkreises will sie und ihr bisheriges Werk auszeichnen und Leser dafür gewinnen. Gedichte, Erzählungen, Aufzeichnungen, Romananfänge und Romankapitel anderer Autoren und Autorinnen folgen; unter ihnen frühere Preisträger und Autoren, die der JAHRESRING zum erstenmal vorstellt. An Rose Ausländer, die große Lyrikerin aus Czernowitz, Empfängerin der „Ehrengabe" ’78, die im Januar starb, erinnert ihr Herausgeber Helmut Braun in seinem „Memoriam". Im Schlußkapitel der Chronik erscheint nochmal die Literatur, zudem die Theater- und Musikszene ’87/’88 und so wie die Kritiker (Georg Hensel, Barbara Zuber, Christian Linder) sie erlebten und werteten. Der Beitrag von Petra Kappert Vermittelt Informationen über eine Initiative des Kulturkreises. Er unterstützt Übersetzungen türkischer Literatur ins Deutsche und will ihr zu mehr Beachtung verhelfen.

Im Kapitel der Bildenden Kunst liegt der Schwerpunkt bei aktuellen Ereignissen. Gerd Bauer erschließt neue Quellen der DADA-Bilder von Hans Arp. P. Friedhelm Mennekes berichtet, wie er die Kirche St. Peter in Köln zur „Kunst-Station" aktiviert und die Begegnung mit der modernen religiösen Kunst interpretiert. Christoph Brockhaus erzählt über seine Arbeit und sein Programm im erweiterten Museum in Duisburg, das den Namen Wilhelm Lehmbruck trägt. Farbtafeln und Fotografien ergänzen und bereichern jeweils diese Aufsätze.

Mit dem vorliegenden 34. Band beschließt der JAHRESRING sein Erscheinen in der bisherigen Gestalt. 1954 haben es die Begründer formuliert, wie sie die Funktion des „Jahrbuchs für Literatur und Kunst der Gegenwart" begründet sehen wollten. Eine „Zuverlässige Orientierung über die Qualität der schaffenden Kräfte" zu Vermitteln, war ein Vorsatz; ein anderer, „zu einer Klärung der Situation" beizutragen; einen „Überblick" zu geben, „frei von irgendwelchen wirtschaftlichen oder propagandistischen Absichten". Die wechselnden Herausgeber von 1954 bis 1988 haben sich diesen Vorsätzen immer verpflichtet gefühlt, ohne es zu versäumen, auf die neuen Kräfte und den Prozeß, wie Literatur und Kunst ihn vollziehen, zu achten und ihn zu befürworten. Die Namen der Mitarbeiter, der Schriftsteller und Wissenschaftler, der Journalisten und Kritiker, bestätigen diese Absicht ebenso wie die Vielfalt der Themen und die Qualität der dargebotenen Texte und Bilder. Die 34 nun vorliegenden Bände ergeben in ihrer Gesamtheit – schon früher haben Leser und Rezensenten es so ausgesprochen – eine „Kulturanthologie" und eine „Dokumentation hohen Ranges".